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Traveling Forum & Blog

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Hello friends, family and explorers!
welcome to Nepal 

The trip to Nepal is of special significance to me, because it is my intention not only to trace my family tree but also discover my heritage.

Besides, the key priority of my visiting Nepal is a charitable project “ Orchid Garden Nepal “, so you will find out a lot of interesting things as well as other projects and I will do my best to help you fully immerse into the environment and culture of this awesome country !
Just follow me and seize the day!

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Kathmandu- how to survive

So schnell kann sich der Verkehr in Kathmandu ändern- unterwegs mit der App Pathao 

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Pathao kann mit uber verglichen werden, und schützt vor erhöhten Taxipreisen als nicht einheimischer Bürger. Der Preis wird vor der Fahrt in der App festgelegt. Eine Alternative bietet die App Indrive. Hier kann man vor der Fahrt den Preis sogar selbst festlegen. 

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Atemschutzmaske unbedingt in Kathmandu tragen, aufgrund der Luftverschmutzung 

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Highlights of the week

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Welcome to Jumla- Chandannath 

Kultur- Bunt und vielseitig: Die Kultur ist durch traditionen und sitten geprägt , welche aus dem Hinduismus und Buddhismus entspringen und gemeinsam weiter getragen worden sind. Wie ich auf meiner Reise gelernt habe, sind sich diese Religionen sehr ähnlich und es gibt deutliche Überschneidungen. Traditionen, wie das schlachten einer Ziege zu Dashain und das Auftragen des Tikas von der älteren zur Jüngeren Generation gehören dazu. Genauer gesagt wird an diesem Tag gefeiert, dass die bösen Geister vertrieben worden sind und das Gute über das Böse siegt. Die jüngeren bekommen zudem Geld in die Hand gedrückt und diese nehmen es fleißig an und zählen es. Die Kultur besteht aus einem unglaublich großen Verwandtenkreis. Gefühlt ist in diesem Dorf jeder mit mir auf irgendeine Art und Weise verwandt. Ich habe zudem gelehrnt, dass nicht das Alter über die "Hierarchie" entscheidet, sondern die Verwandtschaft. Beispielsweise kann mein Neffe älter sein als ich aber, er muss mir respekt erweisen. Respekt wird in Nepal durch die Sprache zum Ausdruck gebracht. So gibt es verschiedene Formen jemanden anzusprechen. Timi, Tapai und Hajur sind nur ein Beispiel. In der aufgezählten Reihenfolge gilt die Hierarchie. Als Tourist ist man mit Tapai auf der sicheren Seite. Als Gast bei meinem Bruder ist es mir auch nicht wirklich erlaubt im Haushalt mitzuhelfen und ich darf mich wirklich als Gast fühlen. Umso stolzer macht es mich wenn ich ab und zu, abgetragene Schuhe durch neue ersetzen darf. Das Familienleben steht auf jeden Fall an erster Stelle und es ist auch üblich, das plötzlich verwandte in der Tür stehen und mitessen. Jeder ist Willkommen und die Tür ist immer auf. Privatsphäre gibt es nicht wirklich. Der älteste Sohn in der Familie hat meistens die größte Verantwortung und muss dementsprechend am meisten im Haushalt oder bei der Arbeit mithelfen.

Bildung- schwer zugänglich und unregelmäßig (2022, Oktober) Bildung ist genau das was den Menschen hier fehlt. Ein toller Mönch aus einer Doku hat mal gesagt: "Bildung ist der Weg zum Licht" Mit Bildung ist nicht nur die Schulbildung gemeint, welche ich die Tage nochmal näher erläutern werde. Damit ist gemeint Dinge auf eine bestimmte Art und Weise anzugehen und zu verstehen. Das Plastik beispielsweise mehrere Jahre braucht um von der Erde zersetzt zu werden im gegensatz zu einem Apfel wissen die Menschen hier einfach nicht. Sie haben nicht das Bewusstsein dafür weil ihn die nötige Bildung dazu fehlt. Sie schmeißen somit den Alltagsmüll auf die Straße und verschmutzen damit alles. Die Politik müsste da aber auch eingreifen und darauf hinweisen. Die Menschen hier haben ein unglaubliches Potenzial. Sie können Dinge aus dem nichts erschaffen und das Haus, welches mein Bruder mit einem Freund gebaut hat ist optimal für diese Bedingungen gebaut. Man müsste dieses Potenzial der Menschen nur bündeln und vernünftig einsetzen. Schlimm ist aber auch zu Sehen, dass ein wichtiger Vertreter aus Chandannath, welcher auch mein Verwandter wohl ist, nicht mal Englisch sprechen oder verstehen kann. Diese Generation ist aber eine aussterbende Generation und ich hoffe die aktuelle oder folgegeneration ändert einiges.

Schulbildung- ab Klasse 10 möglich (2022, Oktober) Die Schulbildung insbesondere für jüngere Kinder in Jumla ist erschreckend. Bedingt durch die Coronasitaution hat sich diese sogar verschlechtert. Vom Onlien- Unterricht sind die Schulen in Jumla weit entfernt. Die Kosten für die Bildung ist verhältnismäßig hoch. Dafür mangelt es an Lehrkräften, fehlender Infrastruktur und einer guten Organisation. Insbesondere merke ich dies beim Unterrichten der drei Kinder von meinem Bruder. Alle drei Kinder haben den Willen zu lernen. Ich merke insbesondere beim jüngsten Kind- Amantika die fehlenden Bildungsjahre. Sie ist nicht in der Lage einfache Sachen abzuschreiben. Sie verrutscht in der Zeile oder hat zwischen den Wörter zu wenig abstand. Wir arbeiten daran und ich denke sie wird die Jahre locker aufholen können. Dennoch besteht für die Kinder aus Jumla die einzige hoffung darin, mithilfe von Sponsoren nach Kathmandu zu gehen um dort eine gute Bildung zu erhalten. Ab der 10. Klasse gibt es die Möglichkeiten auch hier in Jumla gute Bildung zu erhalten. Das neue Schuljahr beginnt ende April. Ich werde demnächst einen Paypal-Account, oder Spendenkonto erstellen um Spendengelder für die Flugtickets der drei Kinder zusammen zu bekommen. Für zwei der drei Kinder gibt es aktuell potenzielle Paten. Ab ca. 30€ im Monat kann ein Kind zu 100% unterstützt werden. Darin ist die Ausrüstung, Verpflegung, Unterkunft und Schulgeld entahlten. Wenn ihr Interresse habt, ionformiert euch gerne über die "Orchid Garden Nepal" Seite unter dem Punkt Support us --> Sponsoren.

Infrastruktur- erschreckend und mittelalterlich (2022, Oktober) Wie man hier auf dem Bild ganz gut erkennen kann, gibt es kaum bis keine Infrastruktur. Es gibt eine Straße die ins Dorf führt. Diese wird bei Starkregen häufig überschwemmt und ist dadurch noch schwerer zugänglich. Der Flughafen ist wie zu Sehen durch eine Start- und Landebahn definiert. Busse oder sonstige öffentliche Verkehrsmittel gibt es dementsprechend auch nicht. Die meisten strecken werden privat durch ein Motorbike oder zu Fuß zurück gelegt. Bei Starkregen sind regelmäßige Stromausfälle über Tage hinweg keine Besonderheit. Es wird mit einem einfachen Ofen für Wärme gesorgt. Es ist dazu zu Sagen, dass mein Bruder auch unter der Jumla Bevölkerung mit zu den ärmsten Leuten zählt. Er ist aber wie ich es mitbekommen habe im Dorf sehr beliebt, weil er einer der herzlichsten Menschen ist. Er arbeitet sehr hart und hatte die letzten Monate viel Pech. Sein erster Shop ist abgebrannt, in Kathmandu wurde er bei der Eröffnung eines Hotels übers Ohr gehauen und musste für ein paar Monate ins Gefängnis weil er die hohe Summe nicht bezahlen konnte. Nun hat er seit zwei Wochen einen neuen Shop und verkauft Benzin. Dies verhilft ihm einigermaßen aus der Situation. Nach außen hin hat er das nie so zu mir gesagt, ich habe die Information von einem Amerikanischen Paar. Diese leben im Haus nebenan. Das Haus hat Jaya damals gebaut und an sie nun vermietet. Weil sie so ein enges Verhältnis haben unterstützen sie ihn. Beispielsweise zahlen sie aktuell das Schulgeld für die Kinder. Doch die Bildung in Jumla ist nicht gut. Ich werde die Tage dazu mehr Schreiben unter dem Punkt Bildung. Jaya gibt trotz der prikären Situation nicht auf und versorgt seine Familie so gut er kann. Ich finde es erschreckend, dass es Menschen wie meinen Bruder hier im Dorf gibt und im Vergleich an der Spitze der Politik Nepals Menschen die nichts für eine Verbesserung tun. Links im Bild ist einer der bekanntesten Flüsse der Tila Nhadi(river). Ich denke dieser könnte durch geschickte Umbaumaßnahmen als Wasserkraftwerk dienen. Es könnten in dieser Region mehrere Menschen versorgt werden. Einen Lichtblick gibt es zum Glück: "Die Gemeinde arbeitet jedoch an der Fertigstellung von zwei Wasserkraftwerken (Nepali Times, März 2021. https://www.nepalitimes.com/banner/holding-up-the-whole-sky-in-jumla/). Hier ist auch zu lesen, dass es seit ein paar Jahren eine weibliche Bürgermeisterin Katina Sejuwal gibt. Frauen haben es immer noch sehr schwer in Jumla, sich unabhängig zu machen. Sie werden oft an ältere Männer verheiratet und haben kaum chance sich von diesen zu lösen. "Gemeinsam haben die Bürgermeisterin und ihre Stellvertreterin als Brücke gearbeitet, um lokale Frauen durch Interaktionen zu Frauenrechten, häuslicher Gewalt und politischer Führung unabhängig und stimmgewaltig zu machen (Nepali Times, 2021).

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Valley life - hard, different and inspirend

Die Grasballen werden aufgerollt um diese besser zu transportieren. Sie dienen als Futter für die Kühe. 

Diese Arbeit macht echt spaß. Nach Tihar werden die ganzen Reisfelder gecuttet. Danach werden die Reispflanzen zu einem Bündel zusammengebunden und auf einem Stein geschlagen. So löst sich der Reis vom Streu. Der Rest wird als Futter für die Kühe verwendet. 

Baju( Frau) von meinem Bruder. Mehr als 20 Grasballen auf einmal. Das zeigt wie stark die Frauen aus Nepal sind. Ich bin bei 10 Stück echt ins Schwitzen gekommen. 

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My thoughts - emotionally Ich habe auf dieser Reise zu meinen Wurzeln etwas wichtiges für mich mitnehmen können. Zunächst konnte ich eine Lücke in meiner Biographie schliesen. Ich habe gesehen was mein alternatives Leben hätte sein können. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich die Chance bekommen habe bei meinen Eltern, in Liebe und Geborgenheit, aufgewachsen zu sein. Wenn ich so daran denke, hat es mir an nichts gefehlt. Alles was ich weiß und was ich bin, hab ich von meinen Eltern, Freunden und der Bildung in der Schule/ Universität. Umso mehr macht es mich stolz, dass ich diese Liebe, Vertrauen und Bildung an andere weiter geben konnte und kann. Ich glaube im Leben passieren Dinge die wir nicht beeinflussen können, doch Lebensgeschenke, am Leben zu sein, in frieden aufzuwachsen ist nicht selbstverständlich. Viele Menschen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt und verhelfen sich selbst und anderen Menschen zu noch mehr Reichtum und schauen nur nach oben und wollen noch mehr Geld, Anerkennung und einen schnelleren Wagen. Ich finde sinnvoller ist es, nach unten zu schauen und den Menschen die wirklich bedürftig sind zu helfen. Am Ende steht man auf dem Gipfel des Lebens und schaut zurück auf sein Leben. Ich persönlich will versuchen, zu mehr Bildungsgerichtigkeit beizutragen und dadurch Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Je mehr Bildung und Wissen die Menschen eines Landes haben, je besser und eher können sie sich aus Abhängigkeiten befreien und sich selbst helfen. An meine Eltern - Danke Mama und Papa.

My thoughts - neutral Wie bereits erwähnt haben die Menschen in Nepal/ Jumla ein unglaubliches Potenzial. Es fehlt einfach an Strukturiertheit von Seiten der Politik, Bildung und Infrastruktruktur. Korruption ist und bleibt das Leitproblem. Wie man diese aus der Politik rausbekommt weiß ich nicht. Eventuell hat jemand von euch Lesern Ideen und Anmerkungen. Hier einige Ideen und anmerkungen zur allgemeinen Verbesserung. Nepal birgt ein unglaubliches Potenzial an erneuerbarer Energie. Solar-, Wasser- und Windenergie. Nepal könnte ein Vorbild für viele Länder in diesem Punkt sein. Den Strom könnte man verkaufen und es müsste genügend Speichermöglichkeiten geben. Den Gewinn könnte man in eine vernünftige Infrastruktur investieren. Dazu gehören Straßen, Krankenhäuser, Schulen Datenleitungen und Kanalisation. Es macht außerdem kein Sinn die Straße jedes mal neu zu machen, wenn sie beim nächsten Dauerregen wieder zerstört wird. Ein smartere Lösung wäre meiner Meinung nach, in bestimmten Abschnitten mit Gondeln zu arbeiten. Diese könnten zum Transport von Personen als auch von wichtigen Gütern in den Remote Areas eingesetzt werden. Es gab beispielsweise für mehrere Wochen kein Benzin, Eier und andere Güter durch die zerstörten Straßen. Weiterhin fehlt es an Physiotherapiepraxen in Jumla. Durch die harte Arbeit auf dem Feld benötigen die Menschen diese dringender denn je. Kindergarten und öffentlich zugängliche Schulen müssen geschaffen werden, sonst besteht genau das Problem, dass die Menschen nach Kathmandu ziehen und es ballt sich alles in dieser Stadt. Überbevölkerung, Wohnungs- und trafic Jams sind die Folge. Nun möchte ich noch eine dunkle Seite erzählen um die Frauen in diesem Land wiedermals hervorzuheben. Ich habe während meines Aufenthalts in Jumla mitbekommen, wie die Männer nach der Arbeit oft stark alkoholisiert sind. Die Folge ist Kontrollverlust und häusliche Gewalt. Die Männer geben ihr verdientes Geld direkt wieder aus, anstatt in sinnvolle Dinge zu investieren.

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Mein Weg aus Kathmandu nach Chandannath als Film

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Teaching in Nepal

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Erfahrungen - Schüler*innen, Lehrer*innen und Organisation Nepals Schule(n) Um dem nachfolgenden Text eine Struktur zu geben gliedert sich der Text in 1. Einleitung 2. Schüler*innen 3. Lehrer*innen 4. allgemeine Organisation und 5. persönliche Einschätzung Ich bin seit circa zwei Wochen in der Schule "Bidhya Sagar Englisch Boarding school" als Volunteer/ Lehrkraft und Supervisor tätig. Ich habe die Aufgabe vom Direktor bekommen, in die einzelnen Klassen zu gehen, zu beobachten und den Lehrern Tipps zu geben. Es kommt regelmäßig vor, dass ich Klassen ohne Lehrkraft übernehme und diese unterrichten darf. Hierbei ist es mir erlaubt vom Lehrplan abzuweichen und meine eigenen Themen zu wählen und zu unterrichten. Ich bereite am Abend vorher meine Themen vor und passe diese je nach Klassenstufe an. Folgende Themen habe ich bisher mit den Klassen erarbeitet. Environment- und dazu gehört auch waste management. Mindset- fix and growth Mindset. Energie - warum Nepal ein unglaubliches Potenzial für erneuerbarer Energie bietet. Health - Asthma, Erste Hilfe etc. 1. Schüler*innen Die Schüler sind neugierig und freuen sich über jeden neuen Input. Insbesonderen in den Klassen 08-10 haben die Schüler einen respektvollen Umgang. Die Schüler haben eine sehr gute Disziplin. Beispielsweise wird beim Eintreten der Klasse gefragt "May I come in, Sir?" Doch das Verhalten hier ist auch von zwei Faktoren abhängig. Einerseits die Tagesform der einzelnen Schüler und andererseits die Klassenführung der Lehrkraft. 2. Lehrer*innen Viele Lehrer machen hier einen guten Job. Im Gegensatz zu Deutschland kann jeder mit einem Schulabschluss direkt Lehrer werden. Ihnen fehlt die pädagogische Ausbildung um einen Unterricht zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Es fehlen gewisse Tools. Der Unterricht ist eintönig und es wird größtenteils frontal unterrichtet. Hier kann jede*r zukünftige Lehrkraft als Volunteer*in Tipps und neue Impulse geben. Ich durfte mein Wissen über die Planung, Durchführung und Reflexion in einer Fortbildung für die Lehrkräfte vermitteln. Die Lehrkraft darf außerdem die Schüler*in bestrafen. Mit einem Holzstick auf die Finger zu hauen oder das Ohr umzudrehen ist selbstverständlich. 3. Organisation Punkt 09:30 startet die Begrüßung der Schüler*in. Die Schüler versammeln sich hierfür auf dem Schulhof in Klassen hintereinander in Blickrichtung Podest. Auf dem Podest steht eine der Lehrkrafte und gibt Anweisungen. "Hands sight" - "Hands up" - "Stand it up" - "attention". Es folgen Gebete und die Nationalhymne. Im Anschluss präsentieren die Schüler*inen vorbereitete Sachen auf der Bühne. Im Anschluss gehen die Schüler in ihre Klassen. Eine Unterrichtsstunde dauert 40 bis maximal 45 Minuten. 8 Stunden mit Unterrichtsfächern wie beispielsweise Science, Nepali Social, Math und Englisch. Mittagspause von 20 Minuten von Klasse 5-10 und 40 Minuten von Klasse 1 - 4. 4. persönliche Einschätzung Wie mir hier deutlich wird scheint die Schule der Spiegel einer Gesellschaftsform zu sein. So ist die klare Organisation, welche ich in Punkt 3 beschrieben habe mehr ein Richtwert als ein fester Zeitplan wie wir ihn aus Deutschen Schulen kennen. Die Klingel wird pünktlich eingeleutet, jedoch sind Schüler und Lehrkräfte nicht pünktlich in den Klassen und so kommt es vor, dass sich die reine Unterrichtszeit auf meistens 30 Minuten beschränkt. In dieser Zeit Wissen zu vermitteln ist schwierig. Es bedarf einer exakten Planung. Uhren in den Klassen wären ein Anfang um ein Zeitgefühl zu vermitteln. Hier spricht man von "Nepali-time". Weiterhin sind die Unterrichtsräume eher schlicht ausgestattet. Unterricht muss mit den einfachsten Dingen vermittelt werden. Stift und Whiteboard. Was mir gut gefällt sind die Bemalungen an den Wänden der Schule. Sie stellen beispielsweise das Menschliche Herz dar oder das Sonnensystem (unbewusstes Lernen). Die morgendliche Routine sich auf dem Schulhof zu versammeln, gefällt mir sehr gut. Es können wichtige Dinge besprochen werden und die Schüler lernen vor Gruppen zu präsentieren. Allerdings fehlen Systeme. So wurden vom "Hamro Maya Nepal" from Germany verschiedene Materialien zum Experimentieren gespendet. Diese verkommen jedoch in einem Schrank im Lehrerzimmer ungeordnet und Rost bildet sich in den Schränken. Die Räume sind nicht vernünftig abgedichtet und wenn es stark regnet gelangt Wasser ins innere. Meine Aufgabe besteht jetzt darin Strukturen und Regeln zu schaffen, damit die Ordnung und Sauberkeit auch in Zukunft gewährleistet ist. Hierzu werde ich mich mit den Science teachern austauschen um Vereinbarungen zu treffen und Verantwortlichkeiten festzulegen.

"Education is not just to read and write. It is about using education for their own advantages and to utilize the knowledge for their growth. Also one can lead their own life without depending on others. It is not about making people literate, literacy is entirely different education. Literacy is meant for ability to read and write, whereas education is finding out the reason behind everything and using the reading writing skills to improve their lives. It helps the countries to grow economically and cherish with prosperity (Siddhi - Vinayak Copy Udyog)"

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25.12.2022

Nach knapp 1 1/2 Monaten an dieser Schule würde ich gerne meine Gedanken und Erfahrungen teilen. Es geht im groben um das Auskommen mit Menschen durchschlagen mit Formalitäten und einigen Hürden. Zunächst bin ich dankbar wie viel praktische Erfahrungen ich hier sammeln kann, insbesondere im Experimentieren. Durch Corona hatte ich in Deutschland das Gefühl, mir fehlt der praktische Umgang mit Chemikalien. Ich fühle mich nun deutlich sicherer und dies wird mir als zukünftige Lehrkraft enorm weiterhelfen. Im letzten Bericht hatte ich euch einen Einblick in den Schulalltag gegeben und meine Aufgabe in dem System erklärt. Es hat sich seitdem einiges getan und dennoch hakt es einigen Stellen. Beispielsweise wird der Science- Raum genutzt und regelmäßig gesäubert. Einmal in der Woche sind zwei Schüler dafür verantwortlich ihn in Stand zu halten. Als Belohnung konnten sie Experimente vorbereiten und diese in der morgendlichen Ansprache auf der Bühne vor der ganzen Schule präsentieren. Es wurde ein Versuch mit sulfuric acid und sugar vorgeführt. Ein weiterer Versuch war die labortechnische Herstellung von Chlor. Potassium permanganat in Kompination mit Hydrochloric. Die Schüler hatten spaß und es gab bereits Anfragen von anderen Schülern, wann sie an der Reihe sind und ihre Experimente vorführen dürfen. Ich habe ihnen den Prozess erklärt, sich einzutragen in die Liste. Aufgrund von zu wenig Materialien kann leider nicht jeder einzelne Schüler ins Experimentieren kommen. Ich habe eine Checkliste erstellt und es werden dringend weitere Chemikalien und Labormaterialien benötigt. Diese kosten jedoch umgerechnet 300€. Nach meinem Thailandurlaub muss ich den Direktor überzeugen, dass diese Materialien für eine gute Bildung notwendig sind. Wie reagieren die Lehrer auf mein Engagement und meinen Ideen. Sie sehen meine Arbeit und würdigen sie. Doch ein Lehrer fühlt sich, so denke ich, von mir auf den Schlips getreten und leider ist er derjenige mit dem ich am engsten zusammenarbeiten müsste. Er ist der main- Science teacher. Es benötigt sehr viel Feingefühl, um mit ihm zusammenzuarbeiten. Positiv ist aber, dass er mit den Schülern nun viel mehr praktisch arbeitet. Mein Eindruck ist, dass das praktische Experimentieren nun nutzt, um selbst besser dazustehen vor den Schülern – aber wenn es den Schüler*innen hilft. Ich habe mit ihm auch offen besprochen, dass er mich nicht als Konkurrenz sehen soll, sondern als Unterstützung. Ich freue mich trotzdem, wenn er mehr praktisch arbeitet. Nun sollte er es hinbekommen diese Projektarbeiten didaktisch sinnvoll in seine Unterrichtsstunde einzubauen. Ich habe hierfür Experimente vorbereitet und ausgedruckt. Jetzt muss ich mir was einfallen lassen, dass er diese Vorlagen auch für seinen Unterricht nutzt. Meine Lektion in diesem Monat - der Erfolg, um bestimmte Dinge zu erreichen hängt maßgeblich davon ab "Wie gut kann ich mit unterschiedlichen Charakteren zusammenarbeiten". Teaching Visa beantragen: Das Tourist Visa hat mich im letzten Monat knapp 120€ gekostet und ich bin nun dabei ein Teaching Visa zu beantragen. Die oberste Instanz ist das "Ministry of education". Durch Zufall habe ich einen Verwandten getroffen, welcher dort arbeitet. Er hat mir den richtigen Kontakt vermittelt. Wichtig zu wissen! Sie vergeben normalerweise kein teaching Visa für Lehrkräfte/ Studierende an privaten Schulen. Die meisten nepalesischen Schulen sind aber in privater Hand. Die meisten Eltern schicken ihre Kinder, falls möglich auf private Schulen. Der Unterricht in Government Schulen war in der Vergangenheit oft sporadisch und hatte eine geringe Qualität. Es ist jedoch zunehmend eine Verbesserung in den Government - Schulen in Kathmandu zu sehen, wie mir Bina Basnet die Gründerin vom Orchid Garden Nepal berichtete. Es folgt nun eine Auflistung der Dokumente, welche für ein Teaching Visa benötigt werden: 1. Recommendation letter of local government 2. Recommandation letter of Education Development Unit, Kathmandu 3. Recommandation of Education and Human Resource Development Centre. 4. School--> letter of permission for conduction. Falls Interesse besteht, fühlt euch frei mich zu kontaktieren. Ich kann euch gerne den Ansprechpartner im "Ministry of Education" vermitteln.

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23.01.2023

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Nepal Secretariat of Skills and Training (NSST), is a Nepalese- German skills training initiative. Das junge Start-up ermöglicht Nepalesen eine Ausbildung in Deutschland zu ergreifen. Sie können sich nach einem einjährigen Training, in Nepal (u. a. am Goetheinstitut zum Erlernen der Sprache) bei deutschen Unternehmen um eine Ausbildungsstelle bewerben. NSST bereitet die Bewerber vor, begleitet und unterstützt sie während des gesamten Bewerbungsprozesses sowie während der Ausbildungszeit. Dieses Projekt verfolgt einen "triple win" Ansatz. Zum einem profitieren deutsche Unternehmen. Durch den zunehmenden Fachkräftemangel stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung genügend Nachwuchs zu bekommen. Eine Ausbildung statt eines Studiums ist heutzutage nicht mehr attraktiv genug für die meisten jungen Menschen. Die jungen Nepalesen kommen aus schwierigen Verhältnissen und erhalten durch das Start-up die Chance einen vernünftigen zu erlernen. Weiterhin arbeitet NSST mit nepalesischen Unternehmen zusammen. Nach der Ausbildung in Deutschland sollen die jungen Nepalesen bestenfalls in die nepalesischen Unternehmen/ Betriebe eingegliedert werden. Hier können sie ihr gelerntes Wissen aus der Berufsausbildung in Deutschland anwenden, um die Unternehmen in Nepal nachhaltig zu verbessern. Es sind solche Lösungsansätze, die mir Hoffnung auf eine gute Zukunft geben. Wir müssen versuchen globaler zu denken. Nepal bietet ein unglaubliches Potenzial an bereitwilligen, kreativen und mutigen Menschen. In dem Video und auf der aktuellen Seite erkennt ihr vielleicht, wie geschickt und kreativ die Schüler/-innen Nepals sind. Der interkulturelle Aus-tausch auf allen Ebenen ist zwingend notwendig, damit wir die Probleme wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Armut und damit verbundene Hungersnot in den Griff bekommen. Nur wenn wir wirklich versuchen, einander zu verstehen, von anderen zu lernen und unsere Schwächen akzeptieren, können wir uns weiterentwickeln und überleben. Ein Gedanke, der mir oft kommt ist, warum helfen weiterentwickelte Länder nicht vermehrt in Entwicklungsländern Umweltprobleme zu vermindern. Unternehmen wie AHA, AWB oder andere Abfallwirtschaftsunternehmen könnten hier in Nepal durch Kooperationen für eine bessere Umweltpolitik Nepals sorgen.

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Birthday celebration and traveling around in Nepal

Kathmandu - Valley Guesthouse

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Birthday - Party;
Bidhya Ma'am, Emil and me

15.02. - 24.02.2023

In Kathmandu sind meine Freunde- David, Emil und Lukas mit mir gestartet. Durch einen guten Freund, für mich Pradibna Uncle, kamen wir an einen Jeep und einen Fahrer, welcher uns über die einzelnen Stopps bis nach Pokhara gefahren hat. Gestartet sind wir in Kathmandu am 15.02.2023. Pradibna hat uns begleitet und uns die Fahrt über mit seinen spannenden Geschichten über Kultur, Land und Leute neugierig werden lassen auf weitere Abenteuer. Die Straßen Nepals sind schlecht bis nicht vorhanden und hätte es geregnet wäre die Reise mit dem Jeep nicht gegangen. Die Geburtstagsfeier am 09.02. war für mich einzigartig und unvergesslich. Mein Mitbewohner aus Köln, hat am selben Tag Geburtstag ist an diesem besonderen Tag nach Nepal gekommen. Es war für Ihn die erste Reise nach Nepal. Aus dem Projekt "Orchid Garden Nepal" waren Bina dida und Rupa didi dabei. Pradibna Uncle und mein kindheitsfreund Basanta waren da. Der Großteil bestand aus dem Lehrerkollegium, welche sich sehr über die Party gefreut haben. Das Valley Guesthouse hat uns die Party ermöglicht. Was mir besonders gut gefallen hat war die bunte Durchmischung meiner Freunde. Alle haben sich hervorragend verstanden und mir wurde an diesem Tag wieder bewusst, wie einzigartig und liebenswert die Menschen hier sind.

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Lumbini, Birthplace from Buddha 

Lumbini. Dieser heilige Ort ist die Geburtsstätte von Siddhartha Gautama, dem historischen Buddha, und strahlt eine einzigartige Aura der Spiritualität und Besinnung aus. Lumbini liegt im Süden Nepals nahe der indischen Grenze und ist ein wahrer Zufluchtsort für Suchende, Geschichtsinteressierte und spirituelle Reisende. Die weitläufige Gartenanlage, die den Ort umgibt, lädt zum Verweilen und Meditieren ein, während man die reiche buddhistische Geschichte auf sich wirken lässt. Beim Betreten des Maya Devi Tempels, der über die genaue Stelle der Geburt Buddhas errichtet wurde, spürt man eine erhabene Ruhe und Friedlichkeit. Pilger und Reisende aus der ganzen Welt kommen hierher, um ihre Ehrerbietung zu erweisen und spirituelle Erleuchtung zu suchen. Eine mächtige Steinsäule, die vom großen indischen Kaiser Ashoka errichtet wurde, erinnert an den historischen Wert dieses Ortes. Die Lumbini-Gegend ist nicht nur ein bedeutender Pilgerort, sondern auch ein Ort der kulturellen Vielfalt. Neben den beeindruckenden buddhistischen Tempeln findet man hier auch Klöster anderer buddhistischer Länder wie Thailand, China, Japan und Sri Lanka. Jedes dieser Klöster spiegelt die Architektur und die Traditionen des jeweiligen Landes wider und ermöglicht so eine eindrucksvolle kulturelle Erfahrung. Ein weiteres Highlight ist der Ashoka-Park, der mit einer reichen Flora und Fauna gesegnet ist. Der Park bietet eine friedliche Umgebung, um Spaziergänge zu unternehmen und die Schönheit der Natur zu genießen. Es ist ein Ort der Erholung und der inneren Einkehr. Besonders beeindruckend fand ich auch die Gastfreundschaft der Menschen in Lumbini. Obwohl es ein vielbesuchter Ort ist, wird man als Reisender von der lokalen Bevölkerung herzlich empfangen. Die Einwohner teilen gerne ihre Geschichten und ihr Wissen über die spirituelle Bedeutung dieses Ortes. Für alle, die nach einem Ort suchen, an dem sie den Alltag hinter sich lassen und in die Welt der Spiritualität eintauchen können, ist Lumbini zweifellos ein absolutes Muss. Es ist ein Ort, der einem das Gefühl gibt, dass die Zeit stehen bleibt und man einen Moment der inneren Einkehr und des Friedens erleben kann. Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Einblick in Lumbini inspirieren konnte, diesen magischen Ort selbst zu besuchen und die Spiritualität und die Schönheit dieses besonderen Ortes zu erleben. Es ist eine Reise, die eure Seele berühren wird und euch mit einem Gefühl der Ruhe und Gelassenheit erfüllen wird.

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Bardiya National park 

Der Bardiya Nationalpark ist einer der größten seiner Art im Terai von Nepal mit einer Fläche von 968 km-2(https://bardianationalpark.gov.np/en/). Er wurde zum Schutz der Tiger und seiner Beutetiere errichtet. Von Nepalgunj ist er mit einem Jeep innerhalb von zwei Stunden gut erreichbar. Es gibt eine Einlassperre mit dem Auto auf die man achten muss. Also von Nepalgunj am besten früh morgens losfahren. Schaut bei der Einfahrt in den Nationalpark aufmerksam aus dem Fenster, hier lassen sich bereits die ersten Elefanten und Krokodile sehen. Die größte Chance Tiger zu sehen, ist am Ende der „dry season“ und zum Beginn der „hot season“. Diese ist vom Februar bis Juni. Hier kann man Tiger in der Nähe des Flusses beobachten. Eins muss man aber auf jeden Fall mitbringen. Das ist viel Zeit und Ge-duld. Erwartet nicht im Vergleich zu Safari - touren in Afrika überall Tiere zu sehen. Die Chance Elefanten oder Nashörner zu sehen ist im Chitwan Nationalpark auch höher. Ich empfehle euch auf jeden Fall die „walking Safari“ zu machen. Hier kann man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen und die unglaubliche Vielfalt der Natur in vollen Zügen genießen. Die Jeep Safari war für mich eher ein Abgehetze und am ersten Tag hatten wir Pech mit unserem Guide. Diese hat wenig bis gar nicht mit uns gesprochen. Nehmt euch mindestens 3-4 Tage Zeit, dass ihr an zwei oder drei Tagen „walking Safari“ Touren machen könnt. Ich war einmal mit meinen Freunden für zwei Tage dort und an beiden Tagen haben wir wenige Tiere gesehen. Wir haben an beiden Tagen uns für die Jeep Safari entschieden. Mit meinen Eltern und meinem Bruder habe ich die walking safari gemacht. Auch wenn wir wieder keine Tiger gesehen haben, habe ich mich mehr mit der Natur verbunden gefühlt und konnte die Tour besser genießen. Wir hatten an dem Tag echt Pech. Ein Paar, welches mit uns in derselben Unterkunft gewohnt hatte, hat am nächsten Tag live die Jagd eines Tigers auf ein Reh gesehen. Für uns ging es am nächsten Tag schon wieder weiter nach Jumla. Wirklich schrecklich ist der „Zoo“ am Anfang des Nationalparks. Hier werden die Tiere als Ausstellungsstücke präsentiert. Dieser "Zoo" hat einen Tiger, mehrere Alligatoren, zwei Nashörner und drei Elefanten. Der Tiger darf nicht mehr in die Wildnis entlassen werden, da er während des Einfangens betäubt wurde, aber ihm die Augen nicht verbunden wurden. Somit würde er Menschen als Feinde sehen und diese angreifen, wurde uns erklärt. Ein schreckliches Schicksal - den ganzen Kuchen vor sich zu haben und ihn nicht essen zu dürfen. So habe ich es versucht dem Guide zu erklären, dass diese Haltung unzumutbar ist für alle Tiere in diesem "Zoo". Wir haben auch glückliche Elefanten gesehen, aber für die drei Elefanten in Gefangenschaft war es echt furchtbar. Die Beine waren angekettet und sie konnten sich gut wie gar nicht bewegen. Ich hoffe, auch in Nepal bewegt sich zukünftig etwas in Sachen Tierschutz.
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Pokhara 

Beknas Lake
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Beknas lake
Pokhara - Lake side
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hidden waterfall
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9 Monate in Nepal - Abschluss

Meine neun Monate bestanden aus den wesentlichen drei Erfahrungsbereichen. 

1. Volunteering 

2. Backtotheroots 

3. Traveling 

In den folgenden drei Abschnitten habe ich meine Erfahrungen zusammengefasst. 

1.Volunteering Nach meiner Reise zu meinem Heimatdorf bin ich nach Kathmandu zurückgekehrt und habe dann im November angefangen an der BSEBS zu voluntieren. Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, doch genau diese Tatsache hat mich ermutigt, mich in den nächsten Tagen sehr gut auf die einzelnen Stunden vorzubereiten, mir Gedanken zu machen und strukturierten Unterricht den Schülern zu bieten. Ich habe eine Liste an Dingen vom Schulleiter bekommen, die ich verbessern sollte: 1. praktischer Science-Unterricht 2. anregungen für den Sportunterricht geben 3. Schüler sollen mehr Interesse am Lesen zeigen 4. Deutschunterricht 5. Environment awareness Mein Englisch war zu dem Zeitpunkt in Ordnung, aber auf Englisch zu unterrichten, insbesondere fachspezifisch, stellte eine Herausforderung für mich dar. Dennoch konnte ich mich schnell anpassen und fühlte mich immer sicherer. Ich habe auch gemerkt, wie viel ich aus meinem Lehramtsstudium anwenden konnte. Der Direktor hat mir viel Freiheit gelassen und war sehr offen für meine Anregungen. Gleich zu Beginn habe ich eine Unterrichtsstunde für die Lehrer gehalten - "How to teach the students". Mein Wissen durfte ich auch an einer Partnerschule in Janakpur - New Horizon weitergeben. Als Abschlussfahrt mit der zehnten Klasse von der BSEBS durfte ich dorthin gehen. Die Schüler haben ihre Abschlussfahrt gemacht, während ich in der Partnerschule gearbeitet habe. Ich habe dies zuerst anders aufgenommen, dennoch muss man für alles offen sein und jede Erfahrung als Chance sehen. Ich habe mit den Schülern der Partnerschule in einem Hostel geschlafen - mehr als 200 Schüler/-innen leben im Hostel. Es war eine unvergessliche Erfahrung. Abends haben wir zusammen gesessen, getanzt, gelacht und Erfahrungen ausgetauscht. Ich habe mir mein Zimmer mit einem jungen Lehrer geteilt. Zum Abschluss wurde ich von der zehnten Klasse meiner Schule in KTM abgeholt, und die Fahrt endete mit einem aufbrausenden und emotionsgeladenen Fußballspiel. Der Unterricht in Nepal ist frontaler und stark lehrbuchbezogen. Eine Unterrichtseinheit dauert nur 30 Minuten. In diesen 30 Minuten muss das Klassenklima stimmen, Ablenkungen sind im Vergleich zu einer 90-minütigen Stunde schwieriger auszugleichen. Ich durfte auch bei vielen verschiedenen Lehrern hospitieren und konnte einiges für mich mitnehmen. Bei einigen Lehrern waren die Schüler diszipliniert, während sie bei anderen sehr laut waren. Die Methoden sind jedoch sehr veraltet. Einige Lehrer setzen immer noch den Rohrstock als Bestrafung ein. Die Schüler sind zum Teil so darauf konditioniert, dass dies die einzige Drohung ist, die greift. Ab der siebten Klasse zeigen die Schüler/-innen jedoch eine sehr gute Disziplin, sind sehr wissbegierig und zeigen der Lehrkraft sehr viel Respekt. Eine vierte Klasse hat mich jedoch immer an meine Grenzen gebracht. Vieles von den mir aufgetragenen Aufgaben konnte ich sehr gut umsetzen. Es kostete meine ganze Fantasie, sehr viel Feingefühl und Hingabe. Am Ende hat es sich definitiv gelohnt und ausgezahlt. Ohne mein Zutun hätte die Schule keinen Science-Raum, der jeden Freitag von den einzelnen Klassen durch einen Routineplan pro Monat gesäubert wird. Ich konnte einige Sätze Deutsch beibringen und im Sportunterricht neue Anregungen für die Schüler/-innen und die Lehrer geben. Am Ende konnte ich viel ausprobieren und mich selbst weiterentwickeln. Wichtig ist, dass man regelmäßig, zufällig und mit voller Begeisterung bei der Sache bleibt, um Vertrauen zu bekommen. Die Reaktion der Schüler/-innen ermutigt einen, weitere gute Ideen einzubringen. Man trifft auf viele Herausforderungen, zum Beispiel wenn die Schulleitung einem sagt, dass das Geld für weitere Materialien nicht ausreicht. Dennoch konnte ich von jedem Schüler umgerechnet 1 € einsammeln, um Materialien für einen praktischen naturwissenschaftlichen Unterricht anzubieten. Ich habe viele Experimente ausgedruckt und für die Lehrkräfte schriftlich hinterlassen. Weiterhin ist Kathmandu dermaßen verschmutzt. Die fehlende Infrastruktur - nicht genug Mülltonnen, fehlende Abfall- und Recyclingmöglichkeiten - sorgen dafür, dass die Menschen ihren Abfall notgedrungen in den Fluss oder an anderen Orten entsorgen. Es gibt lokale Müllsammler, die von der Regierung unterstützt werden müssten. Es fehlt auch an Bildung in allen Gesellschaftsschichten, wie schädlich Plastikmüll für Tiere, Menschen und die Natur ist. Hier konnte ich ein Projekt als Symbol mit Hilfe der zehnten Klasse ins Leben rufen. Ich habe dies mit Hilfe von Spendengeldern organisiert und denke, dass zumindest die Schüler ein Bewusstsein dafür entwickelt haben. Die Videos hierzu findet ihr unter diesem Text. Es hat sich definitiv gelohnt, und ich bin froh und voller positiver Energie, wenn ich in die Zukunft blicke und freu mich schon darauf, mein Wissen an deutschen Schulen einzubringen. Ich bin gespannt, welche Herausforderungen mich dort erwarten. Lösungsorientiert zu denken, spontan, offen und flexibel zu sein, ist das, was ich am meisten aus meinem Volunteering mitnehmen konnte."

2. Back to the roots Jeder von uns verspürt das Bedürfnis, herauszufinden, wo seine Wurzeln liegen, und so empfand auch ich den Drang, meiner Geschichte nachzugehen. Mit nur drei Jahren wurde ich aus verschiedenen Gründen zur Adoption freigegeben. Als jüngstes Kind mit nur einem verbliebenen Elternteil wurde ich aus dem Dorf Chandannath - Jumla in die Hauptstadt Kathmandu in ein Waisenhaus gebracht. Nach einem halben Jahr hatte ich das Glück, nach Deutschland adoptiert zu werden. Durch einen glücklichen Zufall entstand 2018 der Kontakt zu meinem Bruder, und wir begannen zum ersten Mal, über Facebook zu schreiben. 2019 folgte dann das große Wiedersehen, doch leider war dort keine Zeit, mein Dorf zu besuchen. Mein Bruder hat drei Kinder und lebte mit meinem Vater, seiner Frau und den drei Kindern zusammen in Chandannath. Es ging ihm gut, bis 2019 sein Geschäft abbrannte. Eine Reihe unglücklicher Ereignisse führte dazu, dass er in eine finanzielle Krise geriet. Ein Grund dafür ist seine fehlende Bildung. Bereits mit 14 Jahren verließ er die Schule, um zu arbeiten, und seinen Abschluss der 10. Klasse erhielt er nicht, da er in zwei Fächern durchgefallen war (Science & Englisch). Dennoch empfand er nie Neid mir gegenüber, sondern war eher stolz und glücklich, seinen kleinen Bruder wiederzufinden. Meine Schwester ist mit einem Mann verheiratet, der einen sicheren Job in der Bank hat. Dennoch fühle ich mich ohnmächtig, wenn ich über ihr Schicksal nachdenke. Obwohl sie mit diesem Mann zwei Kinder hat, merke ich, wie unglücklich sie in dieser Beziehung ist. Ihr Ehemann trinkt nach der Arbeit, und sie kann sich nicht von ihm lösen, da sie selbst keinen Abschluss hat und von ihm stark abhängig ist. Die sozialen Strukturen machen es schwer, da eine Trennung immer die Frau schuldig erscheinen lässt. Ich möchte ihr so gerne helfen, doch ich weiß nicht, wie. Umso mehr freue ich mich, dass ich den Kindern meines Bruders und auch meinem Bruder selbst helfen konnte. Mein Bruder absolviert nun eine Ausbildung in Kathmandu, und meine Neffen besuchen eine gute Privatschule (BSEBS) in Kathmandu. Meine Nichte ist derzeit noch bei meiner Schwägerin und meinem leiblichen Vater in Jumla geblieben. In etwa zwei bis drei Jahren wird sie ebenfalls auf dieselbe Privatschule wie meine Neffen wechseln. Zurzeit besucht sie die Dorfschule in Jumla, da sie noch zu jung ist, um sie jetzt schon nach Kathmandu zu bringen. Ich bin froh und stolz, dass ich dies in die Wege leiten konnte, und bin gespannt, wie sich alles entwickelt. Eine gute Bildung zahlt sich zweifellos aus und eröffnet Möglichkeiten, eigenständig und verantwortungsvoll etwas für eine bessere Zukunft beizutragen. Mein Dank gilt allen, die dies ermöglicht haben, und natürlich meinen Eltern.

3. Traveling Nepal bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten, zu reisen und zu entdecken. Im Süden Nepals liegt das Terai, an der Grenze zu Indien. Dort herrscht eher ein warmes Klima, das mich aufgrund der Hitze in den heißesten Monaten herausfordert. Dennoch gibt es sehenswerte Orte, wie zum Beispiel Lumbini, die Geburtsstadt Buddhas, die einen einzigartigen Flair vermittelt. Lumbini ist ein bedeutender buddhistischer Pilgerort und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hier findet man den heiligen Garten, in dem Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, geboren wurde. Auch verschiedene Tempel und Stupas aus unterschiedlichen Ländern prägen die spirituelle Atmosphäre von Lumbini. Janakpur befindet sich im östlichen Teil an der Grenze zu Indien und beherbergt den wunderschönen Tempel Janaki Mandir, der der Göttin Sita gewidmet ist. Der Tempel ist ein architektonisches Juwel mit kunstvollen Schnitzereien und bildet ein wichtiges religiöses Zentrum für Hindus. Ein weiterer Höhepunkt ist der bekannte Nationalpark Chitwan. Der Chitwan-Nationalpark ist eines der letzten Rückzugsgebiete des Bengalischen Tigers und beheimatet eine vielfältige Tierwelt, darunter Nashörner, Elefanten, Krokodile und zahlreiche Vogelarten. Hier kann man auf geführten Safaris die faszinierende Tierwelt in ihrem natürlichen Lebensraum erleben. Die mittlere Zone Nepals wird als Hügellandschaft bezeichnet, wo angenehmere Temperaturen herrschen. In Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, habe ich die meiste Zeit verbracht. In der Stadt gibt es viele Sehenswürdigkeiten wie Thamel, ein beliebtes Viertel für Touristen mit zahlreichen Geschäften, Restaurants und Unterkünften. Die Boudha Stupa ist eines der größten Stupa-Bauwerke in Nepal und ein wichtiger buddhistischer Pilgerort. Sie beeindruckt mit ihrer imposanten Größe und der spirituellen Atmosphäre. Auch der Pashupatinath-Tempel vermittelt ein tiefes Eintauchen in die Kultur Nepals. Der heilige Tempelkomplex ist dem Gott Shiva gewidmet und ist ein wichtiger Ort für hinduistische Rituale und Bestattungszeremonien. Doch außerhalb von Kathmandu gibt es viele schöne Orte zum Wandern und Entdecken. Zum Beispiel ist der älteste Tempel Changu Narayan ein Juwel der Newar-Architektur und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Im Osten von Kathmandu ist der sehenswerte Ort Pilot Baba bekannt für seine spirituelle Atmosphäre und Meditationseinrichtungen. Im Westen von Kathmandu befinden sich der Affentempel Swayambhunath, auch als "Affenstupa" bekannt, der auf einem Hügel liegt und einen atemberaubenden Blick über die Stadt bietet. Der Naturpark Nagarjun ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturliebhaber, die die malerische Landschaft und die Tierwelt genießen möchten. Noch schöner als Kathmandu ist Pokhara, wo man dem Trubel der Stadt entfliehen kann. Als Touristenmagnet lohnt es sich definitiv. Von hier aus hat man bei gutem Wetter eine einzigartige Aussicht auf das majestätische Annapurna-Gebirge und den Fewa-See, der zu Bootsfahrten und Entspannung einlädt. Wenn man höher hinaus möchte und ausreichend Zeit hat, um Nepal in seiner ganzen Tiefe kennenzulernen, kann ich Jumla empfehlen. Jumla ist eine abgelegene Region im Westen Nepals und bietet eine unberührte Natur und eine einzigartige Kultur der lokalen Bevölkerung. Die Ruhe und die Möglichkeiten sind hier unbegrenzt, und man taucht in eine Welt ein, die so fern und anders von unserem Leben ist. Allerdings fehlt es momentan an Infrastruktur für diesen Ort, was ihn zu einem echten Abenteuerziel macht. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Ort in einigen Jahren sehr beliebt wird. Von hier aus kann man viele Touren starten, zum Beispiel zum Rara-See, einem der größten Seen Nepals, der von beeindruckender Schönheit ist und von unberührter Natur umgeben ist. Es bietet eine lohnende Alternative zu den eher touristischen Orten im Osten Nepals

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